Warum eine gemeinsame Galerie mehr einsammelt als ein Ordner
Ein geteilter Ordner ist ein Briefkasten: Man wirft etwas hinein und sieht nie, ob außer einem selbst jemand etwas eingeworfen hat. Genau deshalb bleibt er leer. Eine Galerie, die alle sehen, funktioniert anders herum – sie zeigt jedem, dass schon vierzig Bilder drin sind, und niemand will der Einzige sein, der nichts beigetragen hat.
Auf einer Hochzeit ist dieser Effekt gut zu beobachten. Die ersten Uploads kommen beim Sektempfang, dann passiert eine Stunde lang wenig, und nach den Reden geht es los, weil am Tisch jemand seinem Nachbarn zeigt, was schon drin ist. Am späten Abend sind die Bilder in der Galerie oft besser als alles, was die Gäste einzeln geschickt hätten – weil sie in dem Moment hochgeladen werden, in dem sie entstehen.
Öffentlich ist dabei nichts. Die Gästeseiten sind für Suchmaschinen gesperrt, es gibt keinen Feed, keine Likes und keine Kommentare – nur die Bilder des Abends. Und was ihr am Ende bekommt, ist kein Link, den jemand pflegen muss, sondern ein ZIP über euren privaten Gastgeber-Link, das ihr auf den Laptop zieht.