Fotografiert wird genug. Das Problem ist das Einsammeln
Fragt man ein Brautpaar ein halbes Jahr später nach seinem Lieblingsfoto, stammt es fast nie aus der Mappe des Fotografen. Es ist der schiefe Schnappschuss von der Cousine: der Vater, der sich bei der Rede über die Augen wischt. Die Blumenkinder, die um halb elf unter dem Kuchentisch eingeschlafen sind. Das Baumstammsägen vor der Kirche, von hinten, mit dem halben Dorf im Bild. Keins davon war bestellt, und so liegt jedes nur auf dem Handy, mit dem es gemacht wurde.
Danach beginnt das Betteln. Ihr schreibt sechzig Leute an, vier antworten, zwei schicken Screenshots, der Rest verspricht es fürs Wochenende. Wenn ihr aus den Flitterwochen zurück seid, ist der Moment zum Nachfragen vorbei, und die Fotos bleiben auf Handys liegen, die irgendwann voll sind.
Was wirklich hilft: noch während der Feier sammeln. Wer gerade das Spalier mit den Wunderkerzen fotografiert hat, lädt es hoch, solange er noch dort steht; derselbe Gast tut es drei Wochen später nicht mehr. Genau dafür ist das gemacht: ein Code, keine Hürde, und die Fotos sind noch in derselben Nacht bei euch.